News aus dem Departement Technik

Wie funktioniert nachhaltiges Investieren?

22.12.2023

Doris Hauser und Balthasar Bänninger haben an einer Abendveranstaltung an der OST in Rapperswil den Ansatz für Sustainable Finance der Forma Futura Invest AG vorgestellt und mit Studierenden und Gästen über nachhaltiges Investieren diskutiert. Die Veranstaltung fand im Rahmen eines öffentlichen EEU-Seminars statt.

Die Bedeutung von Sustainable Finance hat in den letzten Jahren stark zugenommen. 2021 umfasste das Volumen von Anlagen mit Nachhaltigkeitsbezug in der Schweiz gemäss Swiss Sustainable Finance knapp 2'000 Milliarden Franken und hat sich verglichen mit 2019 nahezu verdoppelt. Mit dem steigenden Marktvolumen wird es allerdings für Anleger auch immer wichtiger, die Kriterien zu kennen und zu verstehen, mit denen die Nachhaltigkeitswirkung von Geldanlagen analysiert und beurteilt wird.

Forma Futura Invest AG bietet Vermögensverwaltungsmandate für Privatkunden, gemeinnützige Stiftungen, Family Offices, Firmenkunden und Pensionskassen an. Alle individuell erstellten Portfolios erfüllen strenge Kriterien eines Anlageprozesses, zu dem eine fundierte Nachhaltigkeitsanalyse gehört. Dadurch wird ausschliesslich in Unternehmen investiert, die nicht nur eine marktgerechte Rendite erzielen, sondern auch einen möglichst positiven Beitrag zur nachhaltigen Lebensqualität leisten.

Im Rahmen eines öffentlichen EEU-Seminars des Studiengangs Erneuerbare Energien und Umwelttechnik haben Doris Hauser und Balthasar Bänninger den Sustainable Finance-Ansatz von Forma Futura an der OST – Ostschweizer Fachhochschule in Rapperswil-Jona vorgestellt. Bänninger ist seit 2015 bei Forma Futura und aktuell Co-Leiter des Nachhaltigkeitsresearch. Hauser ist Senior Nachhaltigkeitsanalystin bei Forma Futura, wo sie seit 2006 arbeitet. Organisiert hat den Event OST-Prof. Dr. Elimar Frank.

Mehrstufiger Auswahlprozess

Besonderes Augenmerk haben Bänninger und Hauser in ihrem Vortrag auf den mehrstufigen Auswahlprozess von Unternehmen mit überdurchschnittlichen Leistungen im Nachhaltigkeitsbereich gelegt. In einem ersten Auswahlprozess werden aus einem Pool von börsenkotierten Unternehmen diejenigen ausgewählt, die aktiv einen positiven Beitrag für die Lebensqualität auch von zukünftigen Generationen leisten. Die konventionelle Finanzanalyse mit Fragen zur Profitabilität oder Resilienz eines Unternehmens, erfolgt bei Forma Futura erst in einem zweiten Schritt.

Bei der Nachhaltigkeitsanalyse werden alle drei Faktoren von Environmental Social Governance (ESG) gleich gewichtet: Soziale Faktoren und die Unternehmensführung sind genauso wichtig wie Massnahmen, die den ökologischen Fussabdruck eines Unternehmens verringern. Gerade in der Finanzwelt werde häufig ein einseitiger Fokus auf Umweltthemen gelegt, weil diese gut messbar seien, sagte Doris Hauser. Die qualitativen Untersuchungen bei sozialen Themen und der Governance machen Bewertungen komplex und aufwendig. Bei Forma Futura bilden sie einen grossen Teil der Arbeit von Analysten. Unter anderem wird ein Kontroversenmonitoring herangezogen, das weltweit veröffentlichte Medienbeiträge und Berichte, etwa von NGOs, scannt.

Diese sozialen Themen spielen für Forma Futura auch in der Kreislaufwirtschaft eine zentrale Rolle. Am Beispiel des Pharmaunternehmens Novo Nordisk, das zu den 250 Unternehmen zählt, in die Forma Futura im Auftrag ihrer Kundinnen und Kunden investiert, wurde aufgezeigt, wie komplex die Herausforderungen sind, vor denen Unternehmen stehen. Für eine zuverlässige Beurteilung muss die gesamte Supply Chain berücksichtigt werden. Eine Kreislaufwirtschaft kann da die Risiken von ökologischen und sozialen Nachteilen senken. Laut Forma Futura besteht aber beispielsweise in der Schweiz ein sogenannter «circularity gap» von 93 Prozent. Pro Jahr und Kopf werden hierzulande 19 Tonnen neue Materialien benötigt. Eine Lösung werden, wie die Diskussion zeigte, neue Geschäftsmodelle für die Kreislaufwirtschaft sein.